"Frühe Wege zur Natur-(Wissenschaft) und Technik“

Kindergarten Elemauka Hopfgarten

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Natur erleben – Natur beobachten – Natur schützen

Natur entdecken und erforschen

Quelle: Projekt der Stadt Mühlheim in Zusammenarbeit mit der Universität Köln

 

„Raum“ für wertvolle Impulse Außen und Innen ...

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Das Werkstattgebäude

Kinder lernen immer! Sie entdecken, forschen, sammeln, gestalten und bearbeiten... Dafür brauchen sie Orte, um ihre Fundstücke zu untersuchen, weiterzuverarbeiten, ihren Eindrücken „Ausdruck“ zu verleihen und ihren eigenen Fragen nachzugehen. ...und manchmal einfach, um sich aufzuwärmen, oder im Trockenen zu sein!

Naturraum

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Adresse und Aktionsbereich LWN:

  • Schnapfen 21, 6361 Hopfgarten
  • Die LWN liegt nördlich von Hopfgarten, am Fuß der hohen Salve und ist eingebettet zwischen „Wald und Wiesen“. Der Platz ist sowohl mit dem Auto erreichbar, als auch zu Fuß in 5-10 Gehminuten vom Gemeindeparkplatz aus. Die Entfernung zum Kindergarten beträgt daher ebenfalls nur ca. 15 min.
  • Dort befindet sich der Basisplatz mit Werkstattgebäude inklusive:
    • Gelände zum spielen, forschen, bauen und gestalten
    • Klettermöglichkeiten
    • Bachlauf
    • Wiesen
    • Waldwege
    • Bauernhöfe
  • Das beheizbare Werkstattgebäude:
    • Küche, Erwachsenen WC, Kinder WC, Garderobe, Abstellraum, Gruppenraum mit Ruhebereich, überdachter Außenraum, Raum für Geräte-, Werkzeug und Material; Schmutzschleuse
  • Kindergarten Elemauka
    • Mittagstisch
    • Nachmittagsbetreuung
    • Am Nachmittag steht den Kindern das gesamte Umfeld des Kindergartens zur Verfügung mit Bewegungsbaustelle, Garten, oder Zusatzräumen

Organisationskonzept

1. Träger der Lernwerkstatt Natur ist die Marktgemeinde Hopfgarten

2. Die Lernwerkstatt Natur ist eine externe Gruppe des Kindergartens Elemauka

3. Die Betreuung der Kinder wird daher Gruppenübergreifend organisiert

4. Personal:

  • Eine Pädagogin 100% , eine Assistentin 25 Stunden
  • Zivildiener, Reinigungskraft

5. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag 7.00 Uhr – 16.30 Uhr ganzjährig

  • Die LWN ist bis 13.00 geöffnet
  • Die Nachmittagsbetreuung findet im Kindergarten statt
  • Zu Mittag kommen die Essenskinder in den Kindergarten
    • Die Assistentin begleitet die Kinder in den Kindergarten
    • Die Mittags- und Nachmittagsbetreuung wird von den Pädagoginnen abwechselnd geführt;
  • Im Krankheitsfall der Pädagogin/Assistentin kann eine zusätzliche Assistentin aus dem Kindergarten zur Verfügung gestellt werden

6. Die Kindergartengruppe hat mindestens 10 höchstens 20 Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren

7. Das gruppenübergreifende Konzept sieht vor, dass im Rahmen der Lern-werkstätten, eine (Teil-)Gruppe des Kindergartens an 3 Tagen in die LWN geht

8. Die Kinder sind bei jedem Wetter draußen. Bei lang anhaltendem Regen, Sturm, Gewitter oder extremer Kälte steht das Gebäude zur Verfügung.

9. Eine geeignete Outdoorkleidung ist nötig.

"Die Lernwerkstatt Natur ist eine Erweiterung des Kindergartens Elemauka. Die Konzeption des Kindergartens auf Basis des Bundesländerübergreifenden Bildungsrahmenplans, ist daher auch die Grundlage für die LWN. Ergänzend wird das Konzept des„Wahrnehmenden Beobachtens“ von Dr. Gerd Schäfer praktiziert"

„Warum frühe Bildung? – Weil wir sie nicht verhindern können!“

Dr. Gerd Schäfer

Kinder sind von Anfang an neugierig, entdeckungsfreudig und interessiert, sich die Welt zu erschließen. Das geschieht über Erfahrungslernen. Kinder sind „Forscher, Entdecker, Konstrukteure, Baumeister“ und brauchen viel Zeit, um über Erlebtes „Nach-zu-denken!“.

Auf der Entdeckungsreise durch die Natur stehen dem kindlichen Tun unzählige Entfaltungsmöglichkeiten, Orte und Motive zur Verfügung, um ihr individuelles „Selbst“ (Selbstwertgefühl Selbstvertrauen, Potential, emotionale Stabilität) zu entwickeln, und damit zu starken Persönlichkeiten heranzuwachsen.

Ein Kind, das sich in seiner „Schätze“ bewusst ist, kann im Spiel mit anderen Kindern situationsbezogen reagieren, Rücksicht nehmen, sich durchsetzten, Gefühle wahrnehmen und respektieren, dabei gemeinsam an Ideen und Projekten forschen, tüfteln, bauen, ... und seine Kompetenzen weiter entwickeln:

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„Naturerfahrungen sind für Kinder eine Stärkung. Sie helfen ihnen, das Fundament für ihr Leben zu legen – körperlich, seelisch und mitmenschlich. Kurz: Die Natur macht den Kindern ein Angebot. Es ist größer und reicher als das, was wir heute in unserer künstlichen Betulichkeit als „Förderung“ abgespeichert haben. Und es reicht tiefer.“

Aus „Wie Kinder heute wachsen“ 
von Dr. Herbert Renz-Polster und Dr. Gerald Hüther

Über Sinne und Wahrnehmung zu sinnvollem Tun

Fernab jeglicher Reizüberflutung finden die Kinder ihre eigene Stabilität. Der ausgedehnte „Natur“-Raum verlagert ihre Wahrnehmung von außen nach innen. Sie spüren, hören, fühlen, sehen und sind dabei in Kontakt mit sich selbst. Sie "be-greifen" Naturmaterialien, erleben deren Eigenheiten und entdecken gleichzeitig physikalische, chemische, aber auch technische Grundphänomene: Nasse Steine sind rutschig; klares Wasser wird trübe, wenn etwas hineingeworfen wird; Holz schwimmt, Steine nicht. Ebenso wird der eigene Körper ganzheitlich erfahren, beim Klettern, Rutschen, Matschen und Tragen. Nur dicke Äste eines Baumes tragen das eigene Gewicht.

Vom Wahrnehmen zum Denken

Sensorische Integration besagt, dass Wahrnehmungen über Sinneserfahrungen „integriert“ werden. Damit diese Erfahrungen zum „Denken" führen, müssen „Reize“ im Gehirn erst gefiltert und verarbeitet werden. Dafür benötigt das Kind die Fähigkeit zu strukturieren, zu differenzieren, um Erkenntnisse weiter ausbauen zu können... Über diese Fähigkeit entstehen innere Bilder, gleich Puzzleteilen, die dazu führen, dass sich ein Kind so nach und nach ein „eigenes Bild von dieser Welt“ machen kann. Mit diesen Bildern kann die Welt im Kopf „denkbar“ gemacht werden.

Sprache als Symbol der Wahrnehmung

Über die Sprache drückt ein Kind aus, wie es denkt und worüber es „nach“-denkt. Damit bahnt sich ein wichtiger Entwicklungsschritt an, um mit anderen Menschen in Beziehung zu treten, sich mitzuteilen und damit einerseits den eigenen Gedanken „Ausdruck“ zu verleihen und andrerseits von anderen zu erfahren, worüber sie nachdenken. Je vielfältiger diese Prozesse, Interaktionen und Ereignisse stattfinden, umso mehr Ausdrucksmöglichkeiten müssen gefunden werden:

  • Die Sprache als Symbol für Gedanken, Empfindungen, Gefühle,…
  • Symbolisches Denken ermöglicht es dem Kind, über Dinge theoretisch zu denken, ohne auf die konkrete Erfahrung angewiesen zu sein
  • Gedanken, die in Worte gefasst werden,...
  • Innere Bilder, die zu Fragen führen,...
  • Worte, die Unterschiede oder Ähnlichkeiten beschreiben
  • „Theorien“ und „Hypothesen“ die zu Wissen führen und über weitere Fragen, „Denkfehler“, neuem Sortieren,…zu Bildungsprozessen gelangen!

Bildungsprozesse entstehen im kooperativen Handeln, in dem Erfahrungen, Entdeckungen, Erforschtes, Gelerntes... in der sozialen Gemeinschaft, im Spielen und Gestalten zusammenwirken und sich so zu einem immer komplexeren Wissen entwickeln.

Pädagogisches Handeln erfordert wahrnehmendes Beobachten

Bildungsprozesse entstehen also aus dem „Selbst“ Bildungspotential des Kindes. Braucht es dann überhaupt pädagogisches Zutun? Auf jeden Fall! Das Kind bildet sich nicht „von allein“, es ist auf ein Umfeld angewiesen, das auf sein Denken und Handeln eingeht, es begleitet und herausfordert und ihm Resonanz gibt. Zum einen braucht ein Kind zugewandte Erwachsene, welche die Gedanken, Gefühle und Fragen der Kinder interessieren, und zum anderen ist es für Pädagoginnen wichtig zu wissen, wie Handlungsabläufe, Vorstellungen und Ideen unterstützt und ausgebaut werden können.

Explizit – implizit – Beobachtung ist immer subjektiv

Jede Beobachtung ist geprägt von inneren Bildern und biografischen Erlebnissen, die den Beobachter „beeinflussen“. Bestimmte Situationen, Gerüche, Personen ... lösen Gedanken, Gefühle und Annahmen aus, die den Blick auf Kinder und Situationen „mitbestimmen“. Ein wesentlicher Aspekt der wahrnehmenden Beobachtung ist es daher, sich dessen bewusst zu sein, oder zu werden, indem die eigene Wahrnehmung reflektiert wird. Beobachtungen im Team aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten ist zudem hilfreich, um aus unterschiedlichen Interpretationen des kindlichen Tuns, ein Annäherung an dessen Gedanken und Gefühle ableiten zu können.

Die Rolle der Pädagogin ist eine Haltung

Die Aufgaben der Pädagogin sind klar definiert und dabei ist sie gleichzeitig gefordert, sich in der Interaktion mit den ihr anvertrauten Kindern ständig mit zu entwickeln. Ihr Auftrag ist es zunächst, mit den Kindern eine Beziehung einzugehen, ihnen Rückhalt und Vertrauen zu vermitteln, in einem individuellen Wechselspiel zwischen Nähe und Distanz. Ist die Basis der Verständigung und des Verstehens gesichert, dann können sich die Kinder auf neue Herausforderungen einlassen und dabei den „Raum“ für ihre Entdeckungsreisen ausbauen.

Der Prozess der wahrnehmenden Beobachtung bezieht alle Beteiligten mit ein! Die fachliche Qualifikation, Ressourcen und Stärken der Pädagogin, sind ebenso Teil des beruflichen Konzepts, wie ihre Wertehaltung, ihre Prägungen, Ihre Inneren Bilder und Sinnzusammenhänge. Im Dialog mit den Kindern ist sie sich bewusst, dass sie mit ihrem „Bild von sich selbst“ den Kindern „antwortet“:

  • In dem sie mit einem Kind in Beziehung tritt, gibt sie ihm Resonanz, sie spiegelt sein Tun, sein Verhalten und seine Fragen...
  • Sie folgt mit ihrer interessierten Grundhaltung Kindergedanken
  • Dazu bietet die Pädagogin im Dialog ihre eigenen Überlegungen, ihr Verständnis, Ihr Wissen und Anregungen an
  • In diesem Prozess sind Erwachsene und Kinder zugleich Lehrende und Lernende

Tagesablauf

Individuellen Denk- und Handlungsprozessen der Kinder „Raum“ geben bedeutet auch, dass es keine allzu starren Tagesabläufe gibt. Ein vertieftes Sich – einlassen, ein nachdenken über das was ist oder sein könnte, braucht Zeit.

Die Kinder sind von Montag bis Donnerstag 7.00 – 13.00 Uhr in der LWN. Die Nachmittagsbetreuung findet jeden Tag im Kindergarten statt.

Ferienbetreuung wird ab 10 Kindern angeboten.

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