"Kinder beobachten, heißt Kinder beachten. Kinder wollen gesehen werden, wie sie sind. Kinder wollen von verschiedenen Menschen auch verschieden gesehen werden."

Im Wort „beachten“ steckt das Wort „achten“

Die Handlungen eines Kindes „achten“, bedeutet für uns, Kinder in unterschiedlichen Situationen, Stimmungen und Aktionen wahrzunehmen und ihr Verhalten dabei systematisch, sachlich und wertfrei zu beobachten. Kinder beobachtend wahrzunehmen, ist die Grundlage jedes pädagogischen Handelns. Wir können die Umgebung und die Angebote erst dann den Interessen der Kinder anpassen, wenn wir „Zugang“ zu kindlichen Bildungsprozessen bekommen und verstehen, was sie für ihre Entwicklung brauchen. 

Das regelmäßige und systematische Beobachten setzt also voraus, kindlichen Lebensäußerungen und Strategien zur Lebensbewältigung zu erfassen, zu dokumentieren und daraus pädagogisches Handeln und Bildungs- und Entwicklungsziele abzuleiten.

Die Beobachtungen geben uns Auskunft über den Entwicklungsstand, die Entwicklungsprozesse und die persönlichen Kompetenzen eines Kindes, mit dem Ziel eine Bildungsbiografie zu erstellen (Portfolios), aber auch, um z.B. Entwicklungsauffälligkeiten frühzeitig zu erkennen und unterstützenden Maßnahmen einleiten zu können.

Gezielte Beobachtungen sind die Basis für einen engagierten Austausch von Eltern-, Kind-, Team-, und Beratungsgesprächen. Hinweis: Ohne Einwilligung der Eltern werden keine Informationen an Dritte weitergegeben (Schweigepflicht, die jede Mitarbeiterin mit ihrer Unterschrift bestätigt!) 

Leitfaden Beobachtung (nach Schäfer und Strätz):

  • Differenzierung von Wahrnehmungserfahrungen (z.B. Was fühlt und spürt das Kind über seinen Körper, welche Gefühle können wir wahrnehmen,...)
  • Innere Verarbeitung (Welche Themen beschäftigen die Kinder, welche Vorstellungen und Bilder entwickeln sie dazu, was wird davon in Worte gefasst, gibt es Ansätze für ein Denken in Zahlen oder Mengen,...)
  • Soziale Beziehungen und Beziehungen zur sachlichen Umwelt ( wie verständigen sich die Kinder untereinander, wie gehen sie miteinander um, wie gehen sie mit Dingen um, die sie interessieren,...)
  • Umgang mit Komplexität und Lernen in Sinnzusammenhängen (Welche Selbstbildungspotentiale nutzt das Kind gleichzeitig. Welchen Sinn gibt das Kind seinem Tun, auf welche Weise greift es auf vorhandene Erfahrungen zurück,...)
  • Forschendes Lernen (Wie stark lässt das Kind sich auf eine Tätigkeit ein und bleibt bei der Sache, werden neue Themen entwickelt, besprochen und ausprobiert,...)

Bausteine der Beobachtung

Was ist schon normal? Was nicht auffällt? Was das Kind glücklich sein lässt?

Aufgabe der Pädagogin
  • Beobachten erfordert spezifische Kompetenzen der Beobachtenden, welche zusätzlich durch Methodik professionalisiert wird. Beobachtung ist nie losgelöst von der Person, die beobachtet - ihre Wahrnehmung ist eingeschränkt - ein Ausschnitt der Wirklichkeit - daher braucht es verschiedene Blickwinkel, um Wertungen zu vermeiden und ein möglichst realistisches Bild der kindlichen Entwicklung zu erhalten.
  • Die Haltung der Beobachtenden ist dennoch grundsätzlich sachlich, wertfrei und objektiv – wir sind uns bewusst, dass wir die „innere Landkarte“ eines Kindes erst durch viele verschiedene Situationen kennenlernen dürfen und das Wahrgenommene in Zusammenhang bringen können. 
  • Bei Fragen oder Unklarheiten tauschen wir uns im Team über die Lernprozesse eines Kindes aus - kollegiale Fallberatung;
  • In besonderen Fällen (Entwicklungsdefizite, mögliche Abweichungen/Auffälligkeiten)überlegen wir uns gemeinsam mit den Eltern zusätzliche Fördermöglichkeiten:
    • Unterstützung durch die sonderpädagogische Fachberatung (Orientierungshilfe: Beobachtungsbogen des Landes Tirol)
    • Abklärung durch einen Facharzt
    • Empfehlungen für therapeutische Maßnahmen
    • Vernetzung aller Beteiligten
Aufnahmegespräch
  • erste Informationen über das Kind und die Familie dienen der Pädagogin als Basis für weitere Beobachtungen
Zeitfenster
  • wir nehmen uns bewusst Zeit während des Tagesablaufs für Gelegenheitsbeobachtungen, gezielte und systematische Beobachtungen (Pädagogin der Stammgruppe, in den Werkstätten, Fipsitag) und dokumentieren diese.
Schatzsuche
  • Unser Blickwinkel konzentriert sich auf die Fähigkeiten und Stärken eines Kindes
  • Wir fokussieren uns auf verschiedene Lernmöglichkeiten, die auf den Stärken aufbauen

Bausteine der Dokumentation

Die Dokumentation verfolgt das Ziel, den Entwicklungsverlauf und die Lernprozesse des Kindes darzustellen, um als verlässliche Grundlage weitere Entwicklungsschritte des Kindes unterstützen und fördern zu können.

Eine weitere Funktion der Dokumentation liegt in der fundierten Weitergabe von Informationen an die Eltern, das Kind, das Team und gegebenenfalls an andere Institutionen (mit Einwilligung der Eltern, oder des Erziehungsberechtigten unter Berücksichtigung des Datenschutzes).

Das pädagogische Fachpersonal führt über jedes Kind eine Dokumentation in Form von:

 
 
Portfolios

Dieser Dokumentationsordner gehört dem Kind und ist diesem jederzeit zugänglich. Er wird beim Verlassen der Einrichtung den Eltern

bzw. dem Kind mitgegeben:

  • Das bin ich
  • Fotos
  • Das kann ich schon
  • Zeichnungen
Beobachtungsmappe/-kartei
  • Schatzsuche
  • Gelegenheitsbeobachtungen - Aufzeichnungen von wichtigen Spontanbeobachtungen (wie z.B. Wortschöpfungen, persönliche Alltagserlebnisse des Kindes)
  • Gezielte Entwicklungsbeobachtung
  • Erfassung von Sprachentwicklung bei Kinder zwischen 3,5 und 4 (BESK -Test)
Projektdokumentation
  • Definition:
    • Ob Regenwürmer, Spinnen, Räuber, Bauernhof,... aus der täglichen Arbeit ergeben sich laufend Themen, welche die Kinder aktuell interessieren und nach Ausdruck, Raum und Zeit verlangen;
    • Je nach Interesse der Gruppe (oder einzelner Kleingruppen) suchen wir gemeinsam nach Möglichkeiten, diese Themen umzusetzen;
    • Der Prozess kann sich im Laufe des Projektes weiterentwickeln, verändern und auch wieder „einschlafen“
    • Beteiligen darf sich jeder, der zu diesem Projekt etwas beisteuern kann (Eltern, Betriebe, .... Materialien)
  • Projektbeschreibung
  • Themensammlung
  • Fotodokumentation
„Kindergartenpresse“
  • Achtung: in „Elemauka“ sind ständig Paparazzi unterwegs!
  • Fast jede Mitarbeiterin ist mit einem Fotoapparat „bewaffnet“ und dokumentiert die Spielprozesse, Tätigkeiten und Projekte der Kinder (und Eltern)
  • Diese Fotos werden mit Einwilligung der Eltern auch auf unserer Homepage, im Hopfgartner Blattl und in unserem digitalen Bilderrahmen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht;

Die Einrichtung garantiert die Einhaltung der

datenschutz- rechtlichen Bestimmungen!